ein Text über ein Vermächtnis

Kriegskinds Vermächtnis <-

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Lyrik – Agnes Gossen, Mein Erinnerungsrucksack

Gefunden bei der Scherbensammlerin

Scherben sammeln

 

Mein Erinnerungsrucksack,
mitgebracht in die Fremde,
schlummert in einer Ecke.
Er ist zu groß, zu sperrig…
Mein Gedächtnis öffnet
ihn in der Nacht.
Ganz oben sehe ich
das Haus meiner Kindheit.
Es wurde zu alt und zu eng.
Ich riss in die Zukunft aus.
Doch so vieles blieb zurück
Fetzen meines Lebens
auf Telefonnotizen,
Begegnungen, Gespräche,
gespeichert in Wänden.
Wer wohnt wohl jetzt dort?
Spürt er meine Trauer,
meine Heiterkeit und Hoffnung,
die nächtlichen Seufzer,
wie Kaugummi
unter die Decke geklebt?
Hat er meine Spuren
vielleicht überpinselt?

In der neuen Heimat
schmücke ich mein Zuhause
mit alten vertrauten Bildern.

(Agnes Gossen, geboren im Ural, Übersiedlung nach Deutschland 1989)


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Anfangen

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Wie oft habe ich angefangen. So oft und so oft weil ich mußte und etwas was ich nicht wirklich wollte. Wie oft wurden mir Entscheidungen gestohlen, die ich lieber Selbst getroffen hätte. Mein Verhältnis zum „anfangen“ ist nicht das beste.

Aber wenn ich es genauer betrachte fange ich natürlich auch jetzt immer wieder an. Oft gedrängt durch die Umstände, oft mit zuviel Einflüssen, nicht unbedingt mit Freude aber mit einer Verpflichtung dem Leben gegenüber. Das Leben was gelebt werden möchte.
Jeden Tag stehe ich wieder auf und gebe das was ich geben kann.

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ im Gedicht „Stufen“ von Hesse geht es um Leben als fortwährenden Prozess. Ich kann dieser Zeile erstmal nicht zustimmen, obwohl ich unbedingt für zauberhaftes zu haben bin. Aber trotzdem gefällt mir dieser Spruch, er hat etwas leichtes, frohes, Frühlingshaftes. Wie ein laues Lüftchen, wie die Freude am Licht, und der Wärme.

Ja, so anfangen, einmal wieder, das würde ich mir wünschen. Einmal Leichtigkeit, und einmal Freude, und etwas das nach dem anfangen weitergeht. Was mehr als nur ein Anfang ist. Aber vielleicht ist auch das weitermachen wie viele Anfänge aneinandergereiht.

Etwas was mehr als ein Anfang ist wäre schön.

von K.

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Was verbindest du mit dem Wort „Anfangen“? Vielleicht magst du es aufgreifen und einen Text dazu schreiben?

Die toten Mütter meiner Tochter

Jenny Marrenbach sucht in ihrem „Generationen“-Feature in ihrer Heimatstadt im Ruhrgebiet nach Erklärungen für die Gegenwart.

http://www.deutschlandradiokultur.de/ursendung-generationen-die-toten-muetter-meiner-tochter.958.de.html?dram%3Aarticle_id=373464

Feature von Jenny Marrenbach
Regie: die Autorin
Ton: Nikolaus Löwe, Martin Scholz und Benjamin Ihnow
Produktion: RBB/Deutschlandradio Kultur 2016

Länge: 39’28